Nachtrag: Die „rohe“ Geburtenrate

In dem Beitrag 2021 wurde so viele Kinder zur Welt gebracht wie zuletzt vor 25 Jahren. Ein Rekord. Und dann das: Höchstes „Geburtendefizit“ seit Ende des Zweiten Weltkriegs vom 17. Mai 2022 hatte ich Ihnen einen kleinen Arbeitsauftrag mit auf den Weg gegeben, der sich auf die dort verwendete Operationalisierung von Geburtenrate als „Zahl der Neugeborenen auf 1.000 Einwohner“ bezieht.

Wir haben heute in der Veranstaltung darüber gesprochen. Es handelt sich bei dieser Kennzahl um die sogenannte „rohe Geburtenziffer“ bzw. Geburtenrate: Zur Berechnung der rohen Geburtenziffer wird die Anzahl der Lebendgeborenen eines Jahres in der Regel in Verhältnis gesetzt zu je 1.000 Einwohner. Damit hängt die rohe Geburtenziffer nicht nur vom Umfang der Geburten ab, sondern auch von der Größe und der Altersstruktur der Bevölkerung.

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung schreibt dazu: »Während in den 1870er Jahren pro Jahr noch etwa 40 Kinder je 1.000 Einwohner geboren wurden, liegt dieser Wert seit den 1990er Jahren bei unter 10. Im 19. Jahrhundert lag der Anteil junger Erwachsener und damit potenzieller Eltern an der Bevölkerung relativ hoch, der Anteil Älterer war noch vergleichsweise gering. Heutzutage reduziert der hohe Anteil älterer Menschen, die keine Kinder mehr bekommen, die rohe Geburtenziffer.

Und wie sieht es aus mit der „rohen Geburtenrate“ im europäischen Vergleich? Dazu diese Abbildung – Italien und Spanien liegen mit Abstand am unteren Ende:

1 Großbritannien hat die Europäische Union (EU) zum 31. Januar 2020 verlassen (Brexit).
2 Einschließlich folgender Beitrittskandidaten oder potenziellen Beitrittskandidaten der Europäischen Union (EU) : Albanien (Beitrittskandidat), Mazedonien (Beitrittskandidat), Nordmontenegro (Beitrittskandidat), Serbien (Beitrittskandidat), Türkei (Beitrittskandidat), Bosnien und Herzegowina (potenzieller Beitrittskandidat),Kosovo (potenzieller Beitrittskandidat)
Quelle der Abbildung: Statista